Bei jeder Lackreparatur geht es um mehr als einen schönen Glanz. Entscheidend ist, dass der neue Lack zum restlichen Fahrzeug passt. Wenn der Farbton nicht stimmt, sieht man die Reparatur sofort – selbst bei perfekt ausgeführter Karosseriearbeit.

In diesem Beitrag geht es um:

1. Was ist Farbtonabstimmung?

Farbtonabstimmung bedeutet: Der Lackierer ermittelt den richtigen Farbton für das Fahrzeug und stellt das passende Lackmischrezept her.

Grundlagen sind:

Wichtig: Ein Farbcode allein reicht selten aus. Ein und derselbe Farbcode kann mehrere Varianten haben. Je nach Baujahr, Werk, Produktionscharge und Alterung unterscheidet sich der Farbton leicht.

2. Was ist Farbtonangleich?

Farbtonangleich geht einen Schritt weiter. Hier wird der neu lackierte Bereich optisch an die Umgebung angepasst.

Dazu gehören:

Ziel: Die Reparaturfläche „verschwindet“ im Gesamtbild. Der Betrachter sieht ein einheitliches Fahrzeug und keinen frisch lackierten Einzelteil-Fleck.

3. Warum weicht der Farbton ab?

Viele Kunden wundern sich: „Wieso ist das so kompliziert? Der Farbcode steht doch im Serviceheft.“

Gründe für Abweichungen:

4. Der Ablauf der Farbtonabstimmung in der Praxis

Ein typischer Ablauf in einer Lackiererei wie bei AutoFit Wotschke:

4.1 Fahrzeugaufnahme

Wir sehen uns das Fahrzeug im Ganzen an. Welche Teile sollen lackiert werden? Wie alt ist der Lack? Gibt es schon alte Reparaturen?

4.2 Farbcode ermitteln

Farbcode am Fahrzeug auslesen (Typenschild, Serviceheft, Datenbank) und im Lacksystem aufrufen. So kennen wir die Basisvariante und mögliche Alternativen.

4.3 Farbtonmessung

Ein elektronisches Farbtonmessgerät misst direkt an der Karosserie den tatsächlichen Farbton. Das Gerät erstellt Vorschläge für Mischrezepturen, die zum Zustand des Lacks passen.

4.4 Mischrezept einstellen

Der Lack wird grammgenau nach Rezept gemischt. Je nach Ergebnis der Messung werden kleine Korrekturen vorgenommen (z. B. minimal heller, etwas mehr Buntton, etwas weniger Grauanteil).

4.5 Spritzmuster erstellen

Der Lackierer spritzt ein Probestück (Musterblech oder Musterfolie) mit dem gemischten Farbton, inklusive Klarlack. Dieses Muster wird am Fahrzeug angehalten und in verschiedenen Blickwinkeln betrachtet.

4.6 Feinabstimmung

Passt der Ton noch nicht perfekt, wird das Rezept leicht angepasst und ein neues Muster erstellt. Das ist Handwerk mit Erfahrung. Hier zeigt sich, ob jemand Farbtöne „im Auge“ hat.

5. Farbtonangleich durch Beilackieren

Selbst bei perfekter Mischung kann es sinnvoll sein, angrenzende Bereiche mit einzubeziehen. Das ist der eigentliche Farbtonangleich.

Typische Vorgehensweise:

Beispiel:
Ein vorderer Kotflügel wird erneuert. Damit der Übergang zur Tür nicht auffällt, wird die Tür im Bereich des Spalts mit beilackiert. So fällt es im täglichen Gebrauch kaum auf, welcher Bereich repariert wurde.

6. Die Rolle des Lichts

Farbwirkung hängt stark vom Licht ab. Ein Ton, der in der Halle perfekt passt, sieht in der Sonne auf einmal anders aus.

Darum wird geprüft:

Metallic- und Perleffektlacke verändern ihre Wirkung je nach Betrachtungswinkel. Genau hier trennt sich saubere Arbeit von „schnell fertig“. Ohne Lichtkontrolle fällt ein leichter Unterschied später auf dem Parkplatz sofort ins Auge.

7. Typische Fehler bei mangelhafter Farbtonabstimmung

Wenn unsauber gearbeitet wird, sieht man das deutlich:

Solche Abweichungen stören nicht nur optisch. Sie mindern den Eindruck bei Verkauf, Leasingrückgabe oder Fahrzeugbewertung.

8. Farbtonabstimmung bei AutoFit Wotschke

In Strausberg arbeiten Lackiererei, Karosserie und Werkstatt eng zusammen. Das hat bei der Farbtonabstimmung klare Vorteile:

Ziel ist eine Reparatur, die nicht sofort ins Auge springt, sondern sich harmonisch ins Gesamtfahrzeug einfügt.